Untersuchung der Navier-Stokes Gleichungen
Bisher ist es der Mathematik nicht gelungen, eine Gesamtlösung für die
Gleichungen von Navier-Stokes zu ermitteln. Kann dafür eine Ursache gefunden
werden?
Um eine mögliche Ursache aufzeigen zu können, werden nachfolgend die Schubspannungen
der Navier-Stokes untersucht. Dies geschieht durch Anwendung des Modells von Navier-Stokes
in einem Gebiet mit vorgegebenem einfachen Strömungsfeld.
Grundlagen
Für die Beweisführung wird nachfolgende Bedingung verwendet:
Für mechanische Systeme gilt das 3. Newton'sche Gesetz; „actio = reactio“.
Dies bedeutet, daß die an einer Schnittebene zutage tretenden inneren Kräfte
und Momente zweier Systeme betragsmäßig gleich groß und entgegengesetzt
gerichtet sind. Die in der Schnittebene zutage tretenden inneren Kräfte und
Momente werden für die Teilsysteme zu äußeren. Wird ein System in
Teilsysteme aufgeteilt und das physikalische Modell auf diese angewendet, so muß
die Addition der Teilsysteme die gleichen Kräfte und Momente wie bei Anwendung
des Modells auf das Gesamtsystem ergeben.
Zunächst sollen die auftretenden Spannungen beschrieben werden. Dies geschieht
anhand der Herleitung aus dem Buch „Prandtl's Essentials of Fluid Mechanics“
[1] aus dem Kapitel 5 „Fundamental Equations of Fluid Mechanics“ im
Unterkapitel 5.2 „Navier-Stokes Equations“.
Auftretende Spannungen an einem Volumenelement in einer Strömung werden in
Abbildung 1 gezeigt.

Abbildung 1: Spannungsvektoren an den Systemgrenzen [1]
Die Normalspannungen lassen sich über die Beziehung [1]

umformen in:
,
,
[1].
Für Newton'sche Fluide ergeben sich folgende Gleichungen [1]:
Reibungsanteil der Normalspannungen:
1.0.0
1.0.1
1.0.2
Schubspannungen [1]:
1.1.0
1.1.1
1.1.2
mit den Symmetriebedingungen [1]:
,
,
1.2.0
Beschreibungen des Strömungsfeldes
Der Einfachheit halber wird ein laminares und stationäres Strömungsfeld
betrachtet, mit
mit
2.0.0
Das Strömungsfeld habe nur eine Geschwindigkeitskomponente in Richtung der
x-Achse. Äußere Kräfte werden in diesem Beispiel nicht berücksichtigt.
Damit vereinfachen sich die Gleichungen 1.0.0 bis 1.0.2 zu:
2.1.0
2.1.1
2.1.2
Die Normalspannungen ergeben sich also überall zu -p. Da sie für die nachfolgenden
Betrachtungen nicht von Bedeutung sind, werden sie zur Vereinfachung der Darstellung
nicht mehr weiter berücksichtigt.
Die Gleichungen 1.1.0 bis 1.1.2 vereinfachen sich zu:
2.2.0
2.2.1
2.2.2
Die Schubspannungen existieren in diesem Beispiel also nur in der xz-Ebene.
Schubspannungen am Gesamtsystem
In Abbildung 2 werden die Schubspannungen am System nach Gleichungen 2.2.1 und 1.2.0
am System eingezeichnet. Die Schubkräfte sind nur vom Gradienten des Geschwindigkeitsvektors
in z-Richtung abhängig.

Abbildung 2: Spannungen in einem einfachen Strömungsfeld
Trennung in Teilsysteme
Zur Untersuchung des physikalischen Modells wird das betrachtete System senkrecht
zur Strömungsrichtung in zwei Teilsysteme „1“ und „2“
geteilt. Dabei haben die entstehenden Teilsysteme eine gemeinsame Grenze entlang
der Schnittebene.

Abbildung 3: Aufteilung des Systemsfont>
Schubspannungen an den Teilsystemen
Für beide Teilsysteme werden die Schubspannungen jeweils ermittelt. Die oben
stehenden Gleichungen und das Strömungsmodell sind auch auf die Teilsysteme
anwendbar.
Aufgrund der Konfiguration des Strömungsfelds in 2.0.0 und mit den Gleichungen
2.2.1 und 1.2.0 lassen sich die Schubspannungen beschreiben als:
5.0.0
5.0.1
5.0.2
5.0.3

Abbildung 4: Schubspannungen der Teilsysteme
Superposition der Teilsysteme
Nachdem die Schubspannungen für die Teilsysteme ermittelt sind, werden die
Teilsysteme zusammengeführt. Dies wird in der Abbildung 5 gezeigt. Dabei sind
an der Schnittebene der beiden Teilsysteme folgende Spannungen zu berücksichtigen:
6.0.0
6.0.1

Abbildung 5: Superposition der Teilsysteme "1" und "2"
Die Resultierende dieser Spannungen ergibt sich zu:
6.1.0
Dies ist in Abbildung 6 dargestellt.

Abbildung 6: Resultierende innere Schubspannung
An der Schnittebene der Teilsysteme ergibt sich eine resultierende Differenzspannung
dτxz. Dieses Phänomen
tritt bei Teilung parallel zur x-Achse nicht auf.
Ergebnis
Die resultierende Schubspannung dτxz
ist im Originalsystem nicht vorhanden.
Das bedeutet, daß das Strömungsmodell nach Navier-Stokes kann das 3.
Newton'sche Gesetz „Actio = Reactio“ nicht einhalten. Die Summen der
Spannungen der Teilsysteme sind nicht gleich den jeweiligen Spannungen des Gesamtsystems.
Aus mathematischer Sicht ist dies als Unstetigkeit der Schubspannungen an den Grenzflächen
der Systeme zu interpretieren. Die Schubspannungen enthalten immer einen konstanten
Anteil, welcher unabhängig von der Achse ihrer Normalen ist. Dies wird bedingt
durch die Symmetriebedingung.
Wie oben gezeigt, verletzt das physikalische Modell von „Navier-Stokes“
das dritte Newton'sche Gesetz. Als Ursache kann die Symmetriebedingung der Schubspannungen
festgestellt werden. Aufgrund dessen verhalten sich die Schubspannungskomponenten
senkrecht zur Strömung unstetig. Dies begründet, daß keine vollständigen
Lösungen für das Gleichungssystem gefunden werden können .
Formelzeichen
μ : Dynamische Zähigkeit [Ns/m2]
ρ : Dichte [kg/m3]
σ : Normalspannung [N/m2]
τ : Schubspannung [N/m2]
p : Druck [N/m2]
u : Geschwindigkeitskomponente x-Richtung [m/s]
v : Geschwindigkeitskomponente y-Richtung [m/s]
w : Geschwindigkeitskomponente z-Richtung [m/s]
: Geschwindigkeitsvektor
Doppelter Index:
-
bezeichnet Richtung der Flächennormale
-
bezeichnet Richtung des Vektors
Mathematischer Anhang
Aus den Spannungen ergibt sich in
einem System:



Mit
lassen sich die Normalspannungen schreiben
als
,
,
.
Damit ergibt sich:



Quellenangaben
-
Prandtl's Essentials of Fluid Mechanics SE /Springer
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